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Auteur: Buber-Neumann, Margarete
Titel: Als Gefangene bei Stalin und Hitler
Sub titel: Eine Welt im Dunkel

Bereits in der antibürgerlichen Jugendbewegung hatte sich die am 21. Oktober 1901 geborene Margarete Thüring von ihrem Potsdamer Elternhaus emanzipiert. Die ersten Jahre der Weimarer Republik erlebte die gelernte Kinderhortnerin als Jungkommunistin in Berlin, Heidelberg, Jena und Heppenheim. Als ihre 1922 geschlossene Ehe mit Raphael Buber, Sohn des jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber, nach nur wenigen Jahren geschieden wurde, verlor sie das Sorgerecht für ihre beiden Töchter. 1926 wurde Margarete Buber offizielles Mitglied der KPD. Als Lebensgefährtin des prominenten Funktionärs und Redners Heinz Neumann bewegte sie sich während der folgenden Jahre in den Berliner Führungszirkeln der Partei. Als der einstige Protegé Stalins 1932 entmachtet und zur politischen Bewährung ins Ausland entsandt wurde, folgte sie ihm nach Moskau, Madrid und in die Schweiz. Die letzte Reise des Paares endete 1935 im Moskauer Hotel "Lux", dem Sammelpunkt der vor den Nationalsozialisten geflohenen Emigranten. 1937, während der "Stalinistischen Säuberungen", wurde Heinz Neumann festgenommen und bald darauf hingerichtet. Ein knappes Jahr später wurde auch seine zurückgebliebene Lebensgefährtin verhaftet, als "sozialgefährliches Element" zu fünf Jahren Arbeitslager verurteilt und nach Südsibirien deportiert. Nach langen Monaten im Strafblock des Lagers Karaganda brachte man Margarete Buber-Neumann Ende des Jahres 1939 nach Moskau zurück - gemäß den Vereinbarungen des Hitler-Stalin-Paktes stand ihr nun die Auslieferung an Nazideutschland bevor. Aus der kommunistischen Anhängerin war eine überzeugte Antikommunistin geworden. Doch gerade dies wurde ihr bei der Einlieferung in das deutsche Konzentrationslager Ravensbrück zum zusätzlichen Stigma. Nur wenige der dort inhaftierten Kommunistinnen schenkten Margarete Buber-Neumanns Berichten über die Sowjetunion Glauben, die Mehrzahl der politischen Häftlinge lehnte die neue Mitgefangene offen ab. Eine tiefe Freundschaft verband sie dagegen mit der tschechischen Journalistin Milena Jesenská. Das der in Ravensbrück umgekommenen Freundin gegebene Versprechen, nach der Befreiung über die Welt der Lager zu berichten, löste Margarete Buber-Neumann bald nach dem Krieg mit ihrem Buch "Als Gefangene bei Stalin und Hitler" ein.
2002, 480 pag., Euro 11,5
Ullstein, München, ISBN 9783548363325


This page last updated on: 13-1-2015