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Auteur: Roß, Sabine
Titel: Biographisches Handbuch der Reichsrätekongresse 1918/19
Sub titel: Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, Band 11

Mit dem Untergang des deutschen Kaiserreichs wurde es für die in sich gespaltene Sozialdemokratie möglich, in die zentralen politischen Schaltstellen der neugegründeten Republik zu gelangen. In den beiden "Parlamenten der Revolution", dem Allgemeinen Kongreß der Arbeiter- und Soldatenräte Deutschlands sowie dem Zweiten Kongreß der Arbeiter-, Bauern- und Soldatenräte Deutschlands, wurde über die zukünftige Gestalt des Deutschen Reiches debattiert. Das Handbuch, erschlossen durch mehrere Register, enthält erstmals die Kurzbiographien der insgesamt 708 Delegierten beider Reichsrätekongresse, die im Dezember 1918 und April 1919 in Berlin tagten. Die Delegierten der beiden nationalen Rätekongresse, deren Lebensläufe durch eine "kollektive Biographie" erläutert werden, können als parlamentarische "Funktionselite" verstanden werden. Sie verfügten in der Mehrzahl über politische Erfahrung in der Partei- und Gewerkschaftsbewegung. Der weitaus größte Teil der Delegierten gehörte den beiden sozialdemokratischen Parteien an. Die Mehrheit stammte aus der Unterschicht. Weitgehende Übereinstimmung zeigt der Vergleich des "typischen Lebenslaufs" der Delegierten der beiden Reichsrätekongresse mit demjenigen der sozialdemokratischen Reichs- und Landesparlamentarier im Kaiserreich und in der Weimarer Republik. Die anderen Fraktionen der Reichsrätekongresse, deren Mitglieder nicht dem sozialdemokratischen Milieu zuzurechnen sind, weisen dagegen äußerst heterogene Strukturen auf, die Ergebnis ihrer ad-hoc-Bildung und fehlender Programmatik sind. Im Dezember 1918 traf der 1. Reichsrätekongreß drei grundlegende Entscheidungen: Er bestimmte den Termin für die Wahlen zur Nationalversammlung, er sprach sich für eine völlige Demokratisierung des militärischen Bereichs aus, und er regelte die Kompetenzabgrenzung zwischen dem Zentralrat und dem Rat der Volksbeauftragten. Die Delegierten folgten dabei mehrheitlich der Parteiführung der Mehrheitssozialdemokratie. Die Räteparlamente gewinnen nun durch das Handbuch ebenso an Kontur wie die revolutionären Ereignisse.
2000, 295 pag., Euro 52
Droste Verlag, Düsseldorf, ISBN 3770052315


This page last updated on: 13-1-2015