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Auteur: Balestrini, Nanni
Titel: Der Verleger
Sub titel:

Das Buch basiert auf einer wahren Geschichte. Der linksradikale Verleger Giangiacomo Feltrinelli kam 1972 bei einem Anschlag auf einen Hochspannungsmast ums Leben. In dem Roman verfolgt ein unsichtbarer Beobachter mit gerichtsmedizinischer Akribie die Untersuchung der Leiche. Es ist nicht nur die genaue Beobachtung der Verstümmelung eines Körpers, es ist auch die Tatsache, daß Balestrini ohne Punkt und Komma schreibt, die dem Leser zumindest auf den ersten Seiten Schwierigkeiten bereitet. Doch beim Weiterlesen geht Balestrinis Taktik auf. Das Lesen bekommt eine andere Dichte, einen anderen Erzählfluß, und der Text eine Intensität, die die damalige Zeit lebendig werden läßt. Der Tod des "dilettantischen Bombenlegers war ein Wendepunkt" in der Geschichte der italienischen Linken. Im Roman treffen sich 17 Jahre nach dem immer noch ungeklärten Tod des Verlegers ein Regisseur, ein Buchhändler, ein Universitätsprofessor und eine Journalistin, um einen Film über die Ereignisse zu machen. In zwölf Szenen sollen unterschiedliche Erklärungen und Einschätzungen aus den verschiedenen politischen Strömungen wiedergegeben werden. Der junge Regisseur hatte sich in den 70er Jahren dem bewaffneten Kampf angeschlossen, weil er damals im Tod des Verlegers einen gut inszenierten Mord des italienischen Geheimdienstes sah und als eine neue Phase der Eskalation im Krieg gegen den Staat. Balestrini analysiert eine Epoche und dokumentiert die politische und persönliche Spaltung der Linken. Ihm ist auf seine ungewöhnliche Art ein kleines literarisches Meisterwerk gelungen.
1992, 159 pag., Euro 14
Assoziation A, Berlin, ISBN 3922611230


This page last updated on: 13-1-2015