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Auteur: Kroch, Ernesto
Titel: Heimat im Exil, Exil in der Heimat
Sub titel: Autobiografie

Ernesto Krochs Lebensgeschichte ist durch ein doppeltes Exil geprägt: Aufgrund der Verfolgung, der er als deutsch-jüdischer Kommunist nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten ausgesetzt ist, flieht er 1938 nach Lateinamerika. Als in den 70er Jahren in seinem Gastland Uruguay eine Militärdiktatur die Macht übernimmt, ist er gezwungen, den umgekehrten Fluchtweg zu wählen und Asyl in Deutschland zu suchen. Ernesto Kroch wurde 1917 in Breslau geboren. Als Jugendlicher schließt er sich zunächst dem deutsch-jüdischen Jugendbund »Kameraden« an, wechselt später aber zur Jugendorganisation der KPO, einer antistalinistischen Abspaltung der KPD. Nach der Machtübernahme der Nazis beteiligt er sich an antifaschistischen Widerstandsaktionen, wird verhaftet, wegen »Vorbereitung zum Hochverrat« verurteilt und nach der Haft in das Konzentrationslager Lichtenburg verschleppt. 1937 kommt er unter der Auflage frei, Deutschland binnen zehn Tagen zu verlassen. Über Jugoslawien, wo er eine Zeitlang auf dem Landgut einer zionistischen Auswanderungs­organisation verbringt, gelingt ihm ein Jahr später die Emigration nach Uruguay. In seiner neuen Heimat setzt er sein politisches Engagement in der Kommunistischen Partei fort. Nach dem Militärputsch 1973 beteiligt er sich am Aufbau der Untergrundstrukturen der Metallarbeitergewerkschaft und gerät ins Visier der staatlichen Verfolgungsorgane. Vor ihrem Zugriff rettet er sich 1980 durch eine erneute Flucht – diesmal zurück nach Deutschland, wo er bis zum Sturz der Junta lebt. Seit 1985 lebt Ernesto Kroch wieder in Montevideo und ist als engagierter Linker weiterhin in sozialen Basisorganisationen und im Umfeld des Linksbündnisses Frente Amplio aktiv.
2004, 190 pag., Euro 14,25
Assoziation A, Berlin, ISBN 393593629X


This page last updated on: 13-1-2015