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Auteur: Weber, Hermann & Ulrich Mählert
Titel: Terror
Sub titel: Stalinistische Säuberungen 1936-1953

Keine andere politische Bewegung der jüngeren Geschichte hat ihre eigene Anhängerschaft mit einer vergleichbaren Unerbittlichkeit verfolgt, bespitzelt und terrorisiert wie der Kommunismus. Stalins Willkürherrschaft fielen mehr Parteiführer, -funktionäre und -mitglieder zum Opfer als dem politischen Feind. In einer beispiellosen Kooperation haben sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Rußland, Tschechien, der Schweiz und Deutschland dieses dunklen Kapitels in der Geschichte des internationalen Kommunismus angenommen. Neun Beiträge und zahlreiche bislang unveröffentlichte Dokumente beleuchten die innerkommunistischen Parteisäuberungen und Schauprozesse vor und nach dem Zweiten Weltkrieg. Bereits seit den zwanziger Jahren wurden alle oppositionellen Mitglieder aus den Parteien des Weltkommunismus herausgedrängt, »ausgemerzt« und strikter Zentralismus durchgesetzt. Die kommunistischen Parteien veränderten sich weg vom Typ einer modernen Partei hin zu einem strenggläubigen, hyperzentralistisch strukturierten »militärischen Orden« mit entsprechend angepaßten Funktionären. Die Beiträge von Alexander Vatlin (Moskau), Reinhard Müller (Hamburg) und Fritz Platten (Zürich) beschreiben am Beispiel der Kommunistischen Internationale und ihrer deutschen Sektion, der KPD, den »großen Terror« in den dreißiger Jahren. Der disziplinierte Funktionär, den eine stalinistische Führung brauchte, entstand durch ideologische Indoktrination einerseits und das Wissen um die Folgen von »Abweichungen« - gerade seit den blutigen Säuberungen - andererseits. Stalinistische Kader waren absolut ergebene Anhänger, denen aber sehr wohl bewußt war, was dem »Ketzer« passiert. Die Parteisäuberungen zählten somit seit den zwanziger Jahren zum Kernbereich kommunistischer Kaderpolitik. Dies verdeutlichen die Beiträge von Jelena Subkowa (Moskau) über die KPdSU nach 1945, von Frantisek Svátek und Karel Kaplan (Prag) über die Kommunistische Partei der Tschechoslowakei sowie von Ulrich Mählert (Mannheim) über die SED. Gennadi Bordjugow (Moskau) illustriert am Beispiel der SED die Überwachung der »Bruderparteien« durch die sowjetische Besatzungsmacht. Die Vorbereitungen eines »deutschen Schauprozesses« sind Gegenstand des Beitrages von Hermann Weber (Mannheim). Der vorliegende Sammelband zeigt nicht nur die Traditionen des kommunistischen Terrors von den dreißiger bis in die fünfziger Jahre auf. Die Einzelstudien über die Nachkriegsentwicklung der KPdSU, der KPTsch und der SED verdeutlichen auch die Unterschiede, vor allem aber die Gemeinsamkeiten der osteuropäischen Staatsparteien bei ihrem Weg zur »Partei neuen Typus«.
2001, 636 pag., Euro 26,5
Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn, ISBN 3506753363


This page last updated on: 13-1-2015