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Auteur: Frank, Tibor
Titel: Widerstand im Gulag
Sub titel: Überlebensstrategien und aktiver Protest in sowjetischen Straflagern 1923 - 1960

Der Gulag, ein umfangreiches System von Straflagern, Gefängnissen und Verbannungsorten, wurde in der Sowjetunion zum Angstwort ganzer Generationen. Mindestens 18 Millionen Menschen sollen nach jüngsten Erkenntnissen zwischen den 1920er- und 1950er-Jahren dort inhaftiert, ausgebeutet und vielfach auch ermordet worden sein. Doch es gab unter den Opfern auch erstaunlich viele, die sich wehrten. Tibor Frank vermittelt ein lebendiges Bild dieses bisher wenig beleuchteten Aspektes der Gulag-Geschichte. Erst die Öffnung der Sowjet-Archive seit 1989/90 brachte eindrucksvoll die vielfältigen Formen individuellen und kollektiven Widerstands der Insassen zutage. Unter menschenverachtenden Zuständen und katastrophalen Existenzbedingungen in den Lagern mussten die Häftlinge mit unterschiedlichsten Mitteln ums blanke Überleben kämpfen. Dazu gehörten alltägliche Überlebensstrategien ebenso wie Flucht, Hungerstreik, Diebstahl von Nahrungsmitteln, Selbstverstümmelung oder Arbeitsverweigerung. Mit dem Eintritt der Sowjetunion in den Zweiten Weltkrieg kam es erstmals auch zu bewaffnetem Widerstand der Häftlinge. Nach dem Tod Stalins im März 1953 erlebte der Gulag eine Reihe von großen Aufständen, die das System in bisher unbekanntemMaße erschütterten. Die Lager hatten sich mehr und mehr zu einem potenziellen Unruheherd entwickelt, der sich immer weniger beherrschen ließ, auch wenn das Regime mit blutiger Härte reagierte. Der Druck der gewaltigen Proteste führte letztendlich zu umfangreichen Haftverbesserungen und trug zusammen mit der Unwirtschaftlichkeit des Zwangsarbeitssystems maßgeblich zur Auflösung des Gulag bei.
2010, 132 pag., Euro 25,9
Tectum Verlag, Marburg, ISBN 9783828823266


This page last updated on: 13-1-2015